Wenn man das Wort Nordlicht, Polarlichter oder auch die Worte Aurora Borealis hört, dann denkt man meistens direkt an Alaska, Finnland oder Island. Doch auch Norwegen bietet sich sehr gut für sogenannte „Polarlicht-Reisen“ an. Ich wollte schon immer mal nach Norwegen, nicht nur wegen den Nordlichtern sondern auch der Landschaft und Kultur wegen.

Plant man eine Reise nach Norwegen um die Polarlichter sehen zu können, ist eine genaue Planung von grossem Vorteil. Man sagt dass die Nordlichter jeweils in den Wintermonaten, besonders im März, Oktober und November sehr gut zu bestaunen sind. Aber auch andere Monate wie Dezember bis Februar bieten die Möglichkeit dazu, jedoch nicht so stark wie die anderen. Da ich zu diesem Zeitpunkt nur im Januar eine Woche Ferien hatte, habe ich mich darauf konzentriert. Der Januar gehört mitunter zu einem der regenreichsten Monate in Norwegen, doch das muss nicht heissen dass es keine schönen „Tage“ (eigentlich Nächte, da fast immer dunkel) gibt.

Insider-Tip: Wenn Du im Januar eine Reise nach Tromsø buchst, schaue zuerst an welchen Daten Direktflüge von Zürich aus stattfinden. Die Helvetic Airways bietet 4 mal im Jahr solche von Zürich nach Tromsø und zurück an. Dies allerdings nur 2 mal im Januar und 2 mal im Dezember. Top Tip: Wer früh genug bucht (mind. 3 Mt. vorher) zahlt pro Person für den Hin- und Rückflug lediglich um die CHF 550 .-

Somit war es dann am 11. Januar 2019 soweit und ich traf mit meinem besten Kollegen und meiner Freundin am Flughafen Zürich ein. Der Flug wurde von Helvetic Airways durchgeführt und dauerte lediglich 3 Stunden und 30 Minuten.

In Tromsø angekommen war es bereits recht kühl und schon fast wieder dunkel. Ich empfehle jedem Reisenden sogenannte „Spikes“ für die Schuhe mitzunehmen, denn auch am Flughafen war es sehr eisig und rutschig. So Spikes bekommt man bei Roland Schmid Forstausrüstung aus Strengelbach AG.

Wir nahmen am Flughafen unser Mietwagen von SIXT entgegen und fuhren in das bereits zuvor gebuchte Ferienhaus nach Straumsbukta. Es bietet Platz bis zu 6 Personen und mehr, hat eine grosse Küche und sehr bequeme Betten. Die Buchung von Ferienhäusern oder Hotels empfehle ich allesamt über das E-Domizil Portal zu machen, da hier die beste Übersicht und Versicherung besteht. Auch die Abwicklung dazu ist sehr einfach geregelt und ziemlich schnell gemacht. Vor Ort hatten wir uns dann mit dem Besitzer/Vermieter des Hauses getroffen ein bisschen über Gott und die Welt gesprochen und haben dann uns eingerichtet. Das Ferienhaus liegt nur wenige Meter vom Fjord entfernt und bietet somit einen wunderbaren Ausblick. Die Ruhige Lage hat uns sehr gefallen, denn bis zum nächsten Dorf waren es mindestens 30 Kilometer.

Der erste Tag liessen wir ausklingen und fotografierten lediglich der Sonnenuntergang am Fjord, welcher übrigens mehrere Minuten gedauert hat. In dieser Jahreszeit wird es um 10:00 Uhr Hell und gegen 15:00 Uhr bereits wieder dunkel. Ein Problem um mich an diese Situation zu gewöhnen hatte ich nicht. Eher erfreute ich mich an der schönen Landschaft die Norwegen so bietet.

Am nächsten Morgen machten wir uns auf die Suche nach den besten Fotos und genossen die atemberaubende Landschaft. Hier leben die Menschen noch im Einklang mit den Tieren zusammen. Rentiere und Elche gehören zum Standard und sind fast überall anzutreffen: Auf der Strasse, neben der Strasse oder sogar bei der Rückkehr vor der Haustüre zum Ferienhaus. Es sind schöne Tiere und so ein Elch ist riesengross. Ich konnte einige Rentiere fotografieren und genoss den Anblick einsam auf einer Strasse mitten in der verschneiten Berglandschaft zu sein. Es ist ein spezielles Gefühl und lässt das Fotografenherz höher schlagen.

Unsere erste Tour führte um die Insel Kavløya über eine Passstrasse bis nach Bakkejord und Brensholmen. Es ist hierbei wichtig dass das Mietfahrzeug mit Spikes ausgerüstet ist, denn die Strassen waren zu diesem Zeitpunkt die reinste Eisbahn.

Nach dieser Tour hatten wir natürlich auch grossen Hunger. Da ich schon einmal vor drei Jahren in Norwegen war, kannte ich bereits eine sehr gute Pizzeria nur wenige Kilometer vom Ferienhaus entfernt. Wir kehrten also im sogenannten „Pizzahuset“ Restaurant in der Ortschaft Kvaløysletta ein. Dies ist ein Geheimtip und ich empfehle Dir vorzugsweise den „Gresk Salad“. Ein solch frischer Salat kriegt man nicht mal hier in der Schweiz, es war der absolute Hammer! Hier ein paar Eindrücke vom Restaurant:

Gleich nebenan gibt es den Eurospar und noch ein anderer Supermarkt der wie Lidl oder Aldi gleicht. Diese Waren sind relativ günstig und wir haben ab und zu unser Frühstück oder Abendessen dort eingekauft. Norwegen ist an für sich ein teures Land, aber wenn man weiss wo einkaufen oder essen dann kann es dennoch sehr günstig sein.

Am besagten Abend fuhren wir mit vollen Mägen zurück zu unserem Ferienhaus und genossen die Natur sowie die Ruhe. Einfach mal abschalten. Als plötzlich dann meine Freundin schreite „Polarlicht!“ waren wir ganz aufgeregt, rissen die Fenster auf, gingen auch nach draussen und es bot sich ein erster Anblick über die wunderschönen Nordlichter.

Die nächsten Tage erkundeten wir weiter die schöne Landschaften und Fjorde. Wir haben viele schöne Sachen gesehen und wussten erst gar nicht was wir jetzt fotografieren sollen denn es war sehr viel. Von Straumsbukta her wenn man in Richtung Tromsø fährt, gibt es kurz nach Kavløysletta eine Strasse welche unter dem Meer auf das gegenüberliegende Festland nach Vikran führt. Doch diese Strasse nutzten wir erst am vorletzten Tag, als wir uns kurzfristig entschlossen hatten auf die Lofoten zu fahren. An diesem Tag aber wollten wir auf den Hausberg von Tromsø, dem Fjellheisen. Dieser liegt auf 421 Meter über Meer und bietet einen wunderschönen sowie atemberaubenden Blick auf die Fjorde rund herum und auf die Stadt Tromsø. Mit einer Seilbahn, die von einer schweizer Firma gebaut wurde, gelangt man auf den Berg. Oben angekommen hat man die Möglichkeit auf die Panorama-Plattform zu gehen oder sich im warmen, gemütlichen Restaurant mit einer heissen Schockolade aufzuwärmen.

Mit ein wenig Glück bekommt man auch dort oben Polarlichter zu sehen und wenn die Luft ganz klar ist, lassen sich damit auch Fotos von der Stadt dazu machen.

Der Fjellheisen ist für die Norweger das „Top of Europe“, wie ein Poster im Aufenthaltsbereich der Talstation bezeugt. Dies sollst Du aber dann selber entdecken wenn Du nach Norwegen reisen wirst. Sichtlich Müde von der Fjellheisen-Tour haben wir noch kurz die berühmte Eismeer-Kathedrale bestaunt und fuhren zurück zum Ferienhaus. Der Nächste Tag war vollgepackt mit abenteuerlichen Ereignissen. Unser Ziel war es auf die Lofoten zu fahren, da ich einen bestimmten Foto-Spot im Kopf hatte. Morgens um 4 Uhr sind wir bereits losgefahren und waren über neun Stunden unterwegs. Dabei fuhren wir durch etliche Orte, unter dem Meer durch nach Vikran sowie über zwei Pässe und viele Tunnels. Auf unserem Weg mussten wir mehrmals eine Pause einlegen um etwas zu schlafen.

Doch die lange Fahrt hat sich sehr gelohnt. Ein Traumhafter Sandstrand mit Blick auf die Berge belohnte unsere Reise. Doch nicht nur dieser Strand war am Tag sowie in der Nacht ein Traum, nein, auch die anderen Orte auf der Insel sind eifach einladend. In Hamnøy (Reisetip!) auf der Brücke war also mein gewollter „Foto-Spot“ erreicht. Allerdings spielte das Wetter nicht wirklich mit, doch das hält mich als Fotograf nicht auf, bei peitschendem kaltem Wind und Regen meine geplanten Bilder zu machen. Also stand ich auf die Brücke, der Kälte und dem Wind ausgesetzt und fotografierte das Fischerdorf Hamnøy bei stürmischen Voraussetzungen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen und ich war sichtlich zufrieden.

Weiter in Richtung Å – Lofoten fuhren wir durch einige weitere kleine Fischerdörfer. Im Sommer ist es hier sicher schön, denn die Lofoten bieten sich nahezu an grössere Wanderungen zu unternehmen. Auch soll man hier einige Orkas (Killerwale) in freier Wildbahn in den Fjorden schwimmen sehen. Leider bekamen wir keine zu Gesicht, aber es war ja nicht das letzte mal wo ich mit meinen Freunden Norwegen besucht habe. Einige Impressionen von den Stränden, Bergen, Fischerdörfer und dem berühmten Hamnøy will ich Dir nicht vorenthalten.

Die Rückfahrt war dann sehr anstrengend, insgesamt waren wir über 18 Stunden auf Achse. Wer sich die lange Fahrt ersparen möchte kann für die Lofoten von Tromsø zum Flughafen Svolvaer fliegen und von dort aus mit eine Mietfahrzeug fahren. Doch meines Erachtens bringt dies nichts, weil man vom Flughafen Svolvaer trotzdem noch knapp sieben Stunden zu fahren hat. Ausgelaugt im Ferienhaus angekommen schauten wir unserem letzten Tag entgegen. Wir haben bereits alles für die Rückreise gepackt.

Nach einem ausgewogenen Frühstück, blieben wir im Ferienhaus um uns zu entspannen und lasen in unseren Büchern. Danach gab es ein feines Abendessen im bekannten Restaurant Pizzahuset und danach ging es auf Polarlichtjagd. Die Gegend rund um Tromsø eignet sich hier besonders gut. Wir haben bei Tageslicht natürlich mehrere Spots abgefahren um dort mit verschiedenen Landschaften, Vordergründe, Fjorde uvm. die Nordlichter fotografieren zu können.


Geheimtipp: Es gibt viele Angebote von Polarlicht-Touren die Du in der Umgebung vom Tromsø buchen kannst. Lass die Finger davon! Denn Du hast viel mehr davon wenn Du bei Tageslicht mit Deinem Mietwagen mögliche Spot’s erkundigst und Dir für die nächsten Nächte merkst. So kannst Du in einer Polarlicht-Nacht mehrere Spots anfahren und hast immer wieder andere und interessante, spannende Fotosujets. Bei einer gebuchten Tour fährt ihr womöglich nur an einen einzigen Ort.


Die letzte Nacht vor der Rückreise war dann der Hammer! Die Sonnenaktivität war sehr hoch und wir kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. So entstanden zum Abschluss der Reise noch atemberaubende Polarlicht-Bilder. Die nächste Reise wird definitiv im März oder Oktober stattfinden, denn da sollen die Nordlichter noch stärker und besser zu sehen sein. Ebenfalls will ich auch mal im Sommer während der Mitternachtssonne nach Norwegen, das muss einfach atemberaubend sein.

Fazit:
Ich kann das Land „Norwegen“ jedem sehr empfehlen und ans Herz legen. Man muss es einfach erlebt haben! Die Kriminalitätsrate im Norden des Landes ist sehr klein und die Menschen sind offen und sehr hilfsbereit. Falls Du noch mehr Tips und Insiderwissen über Norwegen und Tromsø brauchst, zögere nicht mich zu kontaktieren.

Die ganzen Impressionen habe ich in einem kurzen „Reisevideo“ festgehalten.

One Comment

  1. Hans Lauchinger

    Ja Norwegen 🇳🇴, das Land der Träume. Ein muss für jeden Fotografen oder Naturliebhaber. Danke für den Bericht und den Tipp mit dem Restaurant. Denn da fuhr ich immer vorbei, doch jetzt werde auch ich da mal einkehren. Man lernt wirklich nie aus.

    Liebe Grüsse aus Deutschland

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.