Aus Zeitgründen konnte dieser Beitrag erst jetzt gepostet werden, jedoch erinnern wir uns mehr oder weniger gerne an den Januar zurück. Für viele Menschen war die erste Januarwoche jedoch der Horror und wir hoffen dass der nächste Winter etwas weniger Schnee bringt. Doch ob es wirklich weniger wird oder doch wieder extreme Schneefälle gibt wird sich zeigen.

In der ersten und zweiten Januarwoche 2019 kam es vielerorts zu intensiven und langanhaltenden Schneefällen. Insbesondere Bayern in Deutschland sowie Vorarlberg, Tirol und das Salzburger Land in Österreich hatte es besonders heftig getroffen. Ich war mit meinem Team von der Unwetterbeobachtung CH/EU sowie unserem Partner von polizeiticker.ch an mehreren Tagen direkt vor Ort. Wir haben gemeinsam die ganze Situation dokumentiert, den Menschen geholfen sowie unsere Warnungen vor weiteren Schneefällen direkt vor Ort an die zuständigen Stellen weitergegeben.

 

 

Bereits in der Nacht vom 09. auf den 10. Januar 2019 haben wir uns auf den Weg nach Zürs und Lech gemacht um die Situation vor Ort zu begutachten. Die Schneefälle waren bereits im Gange und hielten lange an, teilweise waren diese sogar so intensiv dass man kaum vorwärts gekommen ist. Die Strassenverhältnisse waren mit einer fast 5-10cm hohen Schneedecke und vereisten Fahrbahnen prekär. Hier möchten wir allen Einsatzkräften für Ihren unermüdlichen Einsatz bedanken, um die Sicherheit der Bevölkerung sowie des Verkehrs stets gewährleisten zu können.

 

Die Autos waren komplett eingeschneit und auf den Hausdächern lag eine grosse Schneelast. Diese mussten natürlich erstmal freigeschaufelt und weggeräumt werden. Im Allgemeinen waren die Menschen vor Ort relativ ruhig und nahmen es gelassen. Es blieb schliesslich auch nichts anderes übrig als das Beste aus der misslichen Lage zu machen. Denn Lech sowie auch Zürs waren immer wieder von der Aussenwelt abgeschnitten. Doch so eine winterliche und schneereiche Landschaft hat auch was märchenhaftes. Die Dörfer von schauen von Oberlech herab geradezu einladend aus.

In der Nacht vom 9. auf den 10. Januar gab es in der Region Lech innert 12 Stunden über 42cm Neuschnee. Bis dahin lagen bereits über 1.20m Schnee in den Ortschaften. Im Kaunertal sowie im Salzburger Land lagen bereits über 2m.  Bis zum 16. Januar schneite es immer wieder intensiv. Die Lawinengefahr war dadurch natürlich vielerorts mit der höchsten Warnstufe ausgesprochen worden. Die Messstation Rudolfshütte im Salzburger Land zeigte am 14. Januar um 07:00 Uhr bereits eine Schneehöhe von über 3.90m. Nach Aussagen der Bevölkerung gab es so etwas seit den letzten 100 Jahren nicht. Aus meteorologischer Sicht kommen solche Extremereignisse nur alle 10 bis 100 Jahre vor.

Die folgende Karte zeigt die Schneehöhen-Verteilung in Österreich am Stichtag, 16. Januar 2019 gegen 00 UTC

Quelle: ZAMG Österreich

Die Website skiinfo.de führt für die verschiedensten Skigebiete aktuelle Wetterdaten sowie auch Informationen zu aktuellen Schneehöhe und dem Schneefall. Wir haben die Orte Lech-Zürs, Obertauern, Kaunertaler Gletscher, Flachau sowie Filzmoos rausgesucht und die Statistik angesehen. Filzmoos ist als Wohnort mit über 3.10m im Tal und 4.30m auf dem Berg Spitzenreiter. Auf dem Kaunertaler Gletscher gab es eine Schneehöhe von über fünf Meter.

 

 

Wir mussten aufgrund des vielen Schnees auf der Strasse sogar bei unserem Allrad-Fahrzeug Schneeketten anbringen. Dies taten wir auf dem Parkplatz der Sonnenkopfbahn in Wald am Arlberg.  Dieser war innert Minuten auch zugeschneit worden, wodurch das Befahren des Platzes sowie das Wegkommen erschwert war. Die folgenden Bilder aus Wald am Arlberg sprechen für sich:

Weiter ging es in Richtung Filzmoos, jedoch machten wir einen Zwischenstop in Flachau. Dort musste die Autobahn kurzzeitig aufgrund Sicherheitsgründen für eine Lawinensprengung gesperrt werden. Wir durften exklusiv bei der ganzen Massnahme dabei sein. Die ASFINAG hat in diesem Fall sehr gute Arbeit geleistet, die Lawine kam nicht wie erwartet bis zur Autobahn, sodass diese nach knapp einer Stunde wieder freigegeben werden konnte. Die folgenden Bilder und das kurze Video fassen die Lawinensprengung zusammen.

Wir wollen den Menschen nicht im Wege stehen und sind dann noch nach Filzmoos gefahren um auch dort die Eindrücke vor Ort dokumentieren zu können. Die verschiedenen Videos und Livestreams dazu sind auf unserer Unwetterbeobachtung-Facebook-Seite zu finden. Einige Bilder noch kurz vor Ort gemacht und mit einem Einwohner kurz über die Lage gesprochen, ging es dann schon bald wieder zurück in die warme Stube.

 

 

Ob es den nächsten Winter 2019/2020 erneut wieder soviel Schnee gibt und vor allem auch wann, das wird sich schon bald zeigen. Bis dahin wünschen wir allen noch angenehme warme Tage. An dieser Stelle noch ein herzliches Dankeschön für die Zusammenarbeit und das Mitnehmen zur Lawinensprengung in Flachau an das ASFINAG Team.  Insbesondere möchte ich mich auch bei Herrn Rettenhauser für das spontane und umfassende Interview zur Wettersituation bedanken.

 

 

 

 

 

 

 

 

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